Digitalisierung & Verwaltung
6 Min.
Herausforderungen und Lösungen für E-Rechnungen

Die E-Rechnungspflicht kommt
Ab dem 1. Januar 2025 wird die E-Rechnung im gesamten öffentlichen Dienst Pflicht. Was nach einer einfachen technischen Umstellung klingt, stellt viele Verwaltungen vor erhebliche Herausforderungen: Welches Format ist das richtige? Wie integriert man E-Rechnungen in veraltete Systeme? Und wie erfüllt man die gesetzlichen Anforderungen ohne großen Aufwand? Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Stolpersteine bei der Einführung von E-Rechnungen und zeigt praktikable Lösungen: von standardisierten Formaten, über PEPPOL-Netzwerk bis hin zu nahtloser Systemintegration.
Das Wichtigste in Kürze
Die E-Rechnung wird ab 2025 im öffentlichen Dienst verpflichtend. Das bringt Effizienz, Kosteneinsparungen und Umweltvorteile – aber auch technische und rechtliche Herausforderungen.
XRechnung und ZUGFeRD sind die beiden etablierten Formate in Deutschland. XRechnung ist XML-basiert und speziell für den öffentlichen Sektor entwickelt, ZUGFeRD kombiniert PDF mit XML-Daten.
Das PEPPOL-Netzwerk ermöglicht sichere, länderübergreifende Übertragung von E-Rechnungen. Die Integration erfordert jedoch technische Anpassungen und geschultes Personal.
Compliance und Datenschutz sind zentral: Aufbewahrungspflichten, DSGVO-Konformität und automatische Updates der Software gewährleisten rechtssichere Prozesse.
Digitale Signaturen und Hash-Funktionen sichern die Echtheit und Integrität von E-Rechnungen während Übertragung und Speicherung.
Veraltete ERP-Systeme erschweren die Integration. Spezialisierte Softwarelösungen wie Ayunis Locaboo bieten nahtlose Einbindung und Kompatibilität.
Die Umstellung auf E-Rechnungen
Im gesamten öffentlichen Dienst, einschließlich der Bundes- und Landesbehörden sowie kommunalen Einrichtungen, wird die Nutzung der E-Rechnung ab dem 01.01.2025 gesetzlich verpflichtend.
Diese Umstellung bringt tatsächlich zahlreiche Vorteile mit sich. Die Nutzung einer E-Rechnung kann zum Beispiel die Effizienz des Personals erhöhen, für erhebliche Kosteneinsparungen sorgen, bessere Nachverfolgbarkeit gewährleisten und einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Allerdings stehen viele Teams vor der Herausforderung, E-Rechnungen korrekt zu implementieren und die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Daher zeigen wir praktikable Lösungen für die größten Herausforderungen in diesem Zusammenhang auf.
Damit bei der Verwendung von E-Rechnungen keine Probleme auftreten, braucht es ein einheitliches Format. Tatsächlich ist ein standardisiertes Format entscheidend, um den Austausch der E-Rechnungen zu vereinfachen und Fehler zu minimieren.
Leider entsteht oft Verwirrung darüber, welches Format richtig ist und welche Komponenten in einer E-Rechnung enthalten sein müssen. Um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, empfehlen wir daher, spezialisierte Programme wie XRechnung und ZUGFeRD zu verwenden. Dabei handelt es sich um die zwei bekanntesten Formate in Deutschland. Sie bieten beide klare Strukturen und standardisierte Felder, unterscheiden sich aber in einigen Punkten:
XRechnung
XRechnung ist das bevorzugte Format für den öffentlichen Sektor in Deutschland. Es ist rein XML-basiert und speziell dafür entwickelt, die Anforderungen des deutschen E-Government-Gesetzes zu erfüllen.
XRechnung ist streng standardisiert und muss bestimmte Datenfelder enthalten, um gesetzeskonform zu sein. Hierzu gehören unter anderem:
Rechnungsnummer
Rechnungsdatum
Lieferantendaten
Kundendaten
Details zu den gelieferten Waren oder Dienstleistungen
Gesamtbetrag und Mehrwertsteuer
ZUGFeRD
Dieses Format ist vielseitiger und kann sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor verwendet werden. ZUGFeRD kombiniert eine PDF-Datei mit eingebetteten XML-Daten, was bedeutet, dass die E-Rechnung sowohl für Menschen als auch für Maschinen lesbar ist. Es gibt verschiedene Profile (Basic, Comfort, Extended), die je nach Komplexität der Rechnung unterschiedliche Datenfelder umfassen. ZUGFeRD eignet sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen, die eine einfache und flexible Lösung benötigen.
Nutzung von PEPPOL-Netzwerk
PEPPOL steht für Pan-European Public Procurement Online und ist eine standardisierte Plattform, die dafür kreiert wurde, elektronische Rechnungen reibungslos länderübergreifend in Europa versenden und empfangen zu können.
Die Vorteile von PEPPOL sind klar. Eine E-Rechnung kann sicher und rechtswirksam per Mail versendet werden. Das einheitliche Protokoll des Projekts sorgt für bessere Kompatibilität verschiedener Systeme.
Außerdem gewährleistet das Netzwerk eine sichere Übertragung von Daten durch zertifizierte Access Points. Diese stellen wiederum die Integrität und Vertraulichkeit der übermittelten Informationen sicher.
Trotz dieser Benefits kämpfen viele mit der Implementierung und Nutzung des PEPPOL-Netzwerks. Zu den häufigsten Herausforderungen und dazugehörigen Lösungen gehören:
Problem | Lösung |
Technische Integration in bestehende Buchhaltungssysteme | Aufrüstung und Aktualisierung veralteter Systeme, um den Anforderungen der E-Rechnung zu entsprechen Investition in geeignete Software wie Ayunis Locaboo, die alle Standards für E-Rechnungen erfüllt und nahtlos integrierbar ist |
Umstellung von traditionellen Rechnungsprozessen auf ein digitales System | Schrittweise Implementierung und Pilotprojekte zur schrittweisen Anpassung Detaillierte Prozessanalysen und Anpassung der internen Abläufe Einbeziehung aller Stakeholder in den Veränderungsprozess und regelmäßige Kommunikation über Fortschritte |
Weiterbildung aller Beteiligten, um neue Systeme und Prozesse effektiv nutzen zu können | Interne Sicherheitsschulungen für den Umgang mit E-Rechnungen und Workshops für alle Mitarbeitenden Bereitstellung von Online-Ressourcen und Anleitungen zur Selbstschulung Fortlaufende Unterstützung und Beratung durch interne oder externe Experten |
Compliance und rechtliche Anforderungen
Probleme rund um die rechtlichen Aspekte bei der Nutzung von digitalen Rechnungen sind meist:
Aufbewahrungspflichten: Es muss sichergestellt werden, dass E-Rechnungen für die vorgeschriebene Dauer in einem unveränderlichen und zugänglichen Format gespeichert werden.
Datenschutzbestimmungen: Der Schutz sensibler Daten ist ein wesentlicher Aspekt beim Umgang mit E-Rechnungen. Die DSGVO muss unter allen Umständen eingehalten werden, um die Vertraulichkeit und Integrität der Daten zu gewährleisten.
Hierfür gibt es zwei wesentliche Lösungsansätze:
Kompetentes, gut ausgebildetes Personal für Compliance Management
Nutzung von Tools mit automatischen Aktualisierungen
Ein erfahrenes Compliance-Team überwacht die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und führt regelmäßige Audits durch, um sicherzustellen, dass alle Prozesse den Vorschriften entsprechen.
Außerdem können Compliance-Manager Beratung und Unterstützung für andere Abteilungen anbieten. So kann eher sichergestellt werden, dass alle Beteiligten die relevanten Vorschriften verstehen und einhalten.
Auch der Einsatz der richtigen E-Rechnungstools kann Sicherheit bieten. Denn automatische Updates beispielsweise sorgen dafür, dass die Software stets auf dem neuesten Stand ist und den aktuellen gesetzlichen Anforderungen entspricht. Zusätzlich wird der Verwaltungsaufwand reduziert und Ressourcen gespart.
Verifizierung und Validierung von E-Rechnungen
Auch die Themen Datenintegrität und Echtheitsverifizierung stellen viele Einrichtungen in der öffentlichen Verwaltung sowie Unternehmen vor einige Herausforderungen.
Konkret geht es darum, dass die Daten der E-Rechnung während der Übertragung und Speicherung nicht verändert werden und die Echtheit der E-Rechnung zu verifizieren.
Um sowohl die Validierung als auch die Verifizierung von E-Rechnungen zu meistern, braucht es Systeme, die digitale Signaturen unterstützen und über umfassende Validierungsfunktionen verfügen.
Denn eine digitale Signatur bestätigt die Identität des Absenders, damit der Empfänger die Rechnung sicher öffnen kann und nicht ablehnen muss. Und die Verwendung sogenannter Hash-Funktionen sorgt dafür, dass die Daten der E-Rechnung während der Übertragung nicht verändert werden. Jede Veränderung der Daten würde die Signatur ungültig machen.
Datenintegration und Systemkompatibilität
Um die Vorteile der Digitalisierung vollständig nutzen zu können, müssen E-Rechnungen nahtlos in die vorhandenen Systeme eingebunden werden. Wie bereits kurz angesprochen, bereitet vor allem die Integration von E-Rechnungen in bestehende Systeme Sorgen.
Da gerade im öffentlichen Dienst viele Einrichtungen über komplexe, individuell angepasste und manchmal auch veraltete ERP- und Buchhaltungssysteme verfügen, lassen sich diese nur schwer integrieren. Unterschiedliche Datenformate und -strukturen können die Integration zusätzlich erschweren.
Ayunis Locaboo bietet eine speziell entwickelte Softwarelösung, die eine nahtlose Einbindung von E-Rechnungen in bestehende Systeme ermöglicht. Kompatibilität, Implementierung und Zuverlässigkeit sind damit gewährleistet und stellen kein Problem mehr dar.
FAQs. Die häufigsten Fragen und Antworten zur E-Rechnung
1. Welches E-Rechnungsformat muss ich im öffentlichen Dienst verwenden?
Für den öffentlichen Sektor in Deutschland ist XRechnung das bevorzugte Format. Es ist XML-basiert und erfüllt die Anforderungen des E-Government-Gesetzes. ZUGFeRD ist flexibler und kann auch verwendet werden, eignet sich aber eher für den privaten Sektor.
2. Was ist das PEPPOL-Netzwerk und brauche ich es?
PEPPOL ist eine europäische Plattform für den standardisierten Austausch von E-Rechnungen. Es ermöglicht sichere, länderübergreifende Übertragung über zertifizierte Access Points. Für Behörden, die international agieren, ist PEPPOL besonders relevant.
3. Wie stelle ich sicher, dass meine E-Rechnungen rechtssicher sind?
Nutzen Sie Software mit automatischen Updates, digitalen Signaturen und DSGVO-konformen Speicherfunktionen. Ein geschultes Compliance-Team und regelmäßige Audits stellen die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben sicher.
Fazit: Vorsorge statt Krisenmodus
Die Einführung der E-Rechnung ab 2025 ist keine Option, sondern gesetzliche Pflicht. Wer jetzt handelt, vermeidet Last-Minute-Stress und profitiert von mehr Effizienz, geringeren Kosten und besserer Nachverfolgbarkeit. Entscheidend ist: Format frühzeitig festlegen (XRechnung für den öffentlichen Dienst), bestehende Systeme auf Kompatibilität prüfen, Personal gezielt schulen und auf spezialisierte Software setzen, die Integration und Compliance gewährleistet. Die E-Rechnung ist keine Bedrohung, sondern eine Chance zur Modernisierung – wenn die Weichen rechtzeitig gestellt werden.
Quellen:
Bundesamt des BMI: FAQ E-Rechnung in der Bundesverwaltung
Bundesministerium des Inneren: E-Government-Gesetz
Carsten Röll: ZUGFeRD
Stand: Februar 2026



